Begleitung von Familien bei Fehlgeburt, Totgeburt, Schwangerschaftsabbruch und Neugeborenentod
Ab dem Zeitpunkt der Empfängnis ist man Familie:
Mutter, Vater, Kind(er), Bruder oder Schwester, Großeltern, Tante, Onkel….
Selbst wenn das Kind ganz früh ( im Mutterleib) stirbt, hat es eine Geschichte:
Träume, Wünsche, Empfindungen der schwangeren Mutter, beider Eltern, vielleicht schon einen Namen…
Eltern müssen dann zwei existenziell wichtige Dinge begreifen:
Sie haben ein Kind
Ihr Kind ist tot
Die
„Schleusenzeit“ ist auch hier von immenser Bedeutung, weil es die einzige Zeit ist, die verwaiste Eltern mit ihrem Kind verbringen können:
Hier sollten
- Erinnerungen geschaffen werden, z.B. mit Fotos, Hand- und Fußabdrücken,
- soviel Zeit wie möglich mit dem Kind verbracht werden
- dem Kind einen Namen gegeben werden
- alle Familienmitglieder mit dem verstorbenen Kind in Kontakt kommen
- die Familie aktiv sein - das Kind baden und ankleiden, ggf zuhause aufbahren, einen Sarg bemalen,
- Trauerfeier und Beerdigung aktiv und in Ruhe mitgestaltet werden
In der Gesellschaft und in den Familien findet die Trauer gerade für diese früh verstorbenen Kinder und ihre verwaisten Eltern oft keinen Raum. Dazu kommt, dass die Mütter anders trauern als die Väter. Sprechen Sie als Paar darüber, wie jeder die Trauer empfindet und beziehen sie älteren Kinder auch mit ein. Diese müssen verarbeiten, dass sie jetzt doch kein Geschwisterkind haben und dass die Eltern so „komisch“ sind.